Ein Dreiklang von Berg, Wald und Meer
Der Pilion – Sommersitz der Götter
Der
Pilion wird in vier Zonen unterteilt: der westliche Pilion unweit von Volos, der zentrale oder östliche Pilion, der südliche Pilion
und der nördliche Pilion (zur Vergrößerung rechts auf die Karte klicken).
Der zentrale Pilion ist in seiner Kombination von
Wald, Berg und Meer eindeutig am faszinierendsten.
Der südliche
Pilion beginnt südlich der Linie Miliés–Kalamáki und hat eine Reihe sehr
schöner Berg- und Küstenorte. Dieser Teil des Pilion hat eine an die
Provence erinnernde Vegetation aus Macchia und Pinienwäldern. Das Land wurde früh gerodet und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der nördliche Pilion ist mit dem Auto nur von Westen über Vólos und Kerasiá zu erreichen und touristisch unerschlossen.
Der
ursprüngliche und wilde zentrale Pilion mit seinen dichten Laubwäldern, wo der Sage nach die
Götter des Olymps die Sommerfrische verbrachten, ist touristisch gut
erschlossen. Die westlichen Hänge in richtung Volos sind unbewaldet. Schon in griechisch-römischer Zeit wurden hier die
Pilionhänge für den Schiff- und Hausbau gerodet.
Die Hänge des zentralen
Pilion sind in Richtung Nordost ausgerichtet und bis an die Küste hinab
dicht bewaldet. Bis etwa 300m herrscht die Kermes-Eiche vor. Bis etwa 450m gibt es auch Olivenhaine. Die essbare Edel-Kastanie
beherrscht die Höhe zwischen 300m und 750m. Bis in diese Höhe reichen auch die
Platane und der Obstbau. Ab 750m ist die Rotbuche der dominante
Baum.
Idyllische Bergdörfer im zentralen Pilion
Der zentrale Pilion beginnt von Westen kommend bei Portariá
(750m ü.d.M.) Von hier geht es hinauf zum 1000m hoch gelegenen Passort Chánia.
Kurz danach gabelt sich die Straße: eine führt links nach Zagorá, die
andere rechts nach Kissós.
Der Hauptort des zentralen Pilions ist Zagorá auf 500m Meereshöhe. Mit seiner schönen großen Platía mutet der Ort beinahe kleinstädtisch an. (Bild: rechts)
Alle anderen Dörfer liegen wie auf einer Perlenschnur aufgereiht ähnlich hoch zwischen 350m und 550m.
Nördlich von Zagorá liegt als Außenposten Pourí, nach Süden hin sind es
Makriráchi, Kissós, Anílio,
Moúresi, Tsangaráda, Xouríchti und Miliés.
Diese Siedlungsform diente dem Schutz vor Piratenüberfällen, außerdem sind hier die moderaten klimatischen Bedingungen vorteilhaft für landwirtschaftliche Aktivitäten: Äpfel, Walnüsse, Esskastanien, Obst- und Gemüseanbau und Blumenaufzucht.
Die Orte wurden durch die erst 1935 gebaute Landstraße
verbunden. Sie verläuft meistens etwa 50m bis 100m oberhalb oder
unterhalb der alten Dorfzentren, so dass man sie aus dem Auto nicht wahrnimmt.
Gerade bei Moúresi und Tsangaráda muss man von der Straße abbiegen, um
die Dorfzentren zu erreichen, die früher nur durch gepflasterte Wege
(Kalderimia) verbunden waren (Bild oben: Mouresi).
Charakteristisch für das zentrale Pilion sind die
Archóntika, die sog, Herrenhäuser (Bild rechts), die im 18. und 19. Jahrhundert erbaut
wurden. Sie haben alle vorkragende Obergeschosse, wodurch eine Erstürmung des
Hauses verhindert werden sollte. Heute sind manche Archóntika verfallen, aber
viele sind liebevoll restauriert und prägen des Ortsbild. Auch bei Neubauten
sind die vorkragenden Obergeschosse Vorschrift, dies liegt daran, dass das
zentrale Pilion einer Art Milieuschutzverordnung unterliegt.
Pourí
ist der nördlichste Ort des zentralen Pilion, eine Art Außenposten. Von
dort gelangt man nur zu Fuß in die Dörfer Veneto und Ano Kerasía im nördlichen
Pilion, mit dem Auto muss man einen zweistündigen Umweg fahren. Pourí zeichnet
sich durch eine auf drei Ebenen gestaffelte Platía aus, von der man man einen
wunderschönen Blick die ganze Küste entlang bis hat.
Makriráchi ist recht untouristisch, hier werden in
Hülle und Fülle Blumen und Stauden gezüchtet, die dann in ganz Griechenland auf
den Märkten verkauft werden (bild rechts).
Etwas abseits von der Landstraße liegt Kissós. Hier ist man stolz
darauf, dass der griechische Nationalheld Rígas Feréos vor zweihundert
Jahren an der örtlichen Schule unterrichtete. Ein Monument erinnert an ihn (Bild rechts oben). Rund um den
Marktplatz haben sich vier Tavernen angesiedelt, díe gute Küche bieten.
Ebenfalls abseits der Landstraße liegt der kleine Ort Anílio,
auf deutsch Sonnenlos, da er im Winter kaum Sonne sieht. Hier gibt
es einen Platz mit Tavernen.
Moúresi, der zweitgrößte Ort des zentralen Pilions, liegt versteckt und weit verstreut unterhalb der Landstraße. Auf der wunderschönen Platía wachsen ausnahmsweise keine Platanen, sondern Linden. Die Tische der Taverne stehen so, das man einen wunderschönen Blick auf die Ägäis und den Badeort Agios Ioánnis hat. Einen ebenso schönen Blick hat man von den beiden Tavernen oben an der Landstraße, die sich beide To Balkóni nennen, die eine ist eben der erste Balkon, der andere der zweite.
Jetzt ist es nur ein Katzensprung nach Tsangaráda, aber auch hier entdeckt man die Ortskerne nicht sofort. Die beiden Hauptkirchen sind Agia Paraskeví und Agioi Taxiárchis, und beide besitzen einen romantischen Kirchplatz mit Tavernen. Auf der Platía von Agia Paraskeví steht die 1000 Jahre alte Platane (bild oben), deren Krone einen Durchmesser von 50m hat. Die Platía von Agioi Taxiárchis kontert mit anderen Vorzügen, dem vierstrahligen Brunnen in der Platzmitte und dem Blick auf die Ägäis.
Das Örtchen Xouríchti fällt etwas aus der Reihe. Hier gibt es nicht einmal eine Taverne, keine Touristen, nur bäuerliche Bevölkerung.
Kalamáki ist der sich anschließende ebenfalls untouristische Ort, der vom Abbau der örtlichen Schieferplatten lebt. 12 Familien teilen sich den Schiefersteinbruch, die Pilion-Schieferplatten sind in ganz Griechenland begehrt.
Küstendörfer
Historisch war der zentrale Pilion nur in den Höhen besiedelt, die Küste wurde wegen der möglichen Piratenüberfälle gemieden. Lediglich der kleine Hafen von Damoúchari ist schon auf Karten des 17. Jahrhunderts vermerkt. Mit Ausnahme von Damoúchari bietet die gesamte steinige Küste des zentralen Pilions keinen natürlichen Schutz für Schiffe. Dies ist auch der Grund dafür, dass Teile der persischen Flotte 480 v.C. an den Felsen des Pilion zerschollen. Selbst heute sieht man kaum Segelschiffe auf der Ägäis, das Revier ist als gefährlich bekannt und wird so gut wie nie angesegelt.
Seit dem 19. Jahrhundert entstanden unterhalb der Bergdörfer an den sandigen Stellen der Küste Fischerdörfer, die meist nur im Sommer genutzt wurden. Inzwischen haben sich daraus touristische Orte entwickelt. Jedes Bergdorf hat so sein „Stranddorf“.
Zu Pourí gehört der steinige Strand von Análipsi.
Hier kann man nur bei ruhigem Wasser baden, aber die Strandtaverne Plimári
ist ausgezeichnet und gut besucht (Bild rechts).
Der Sommerort von Zagorá heißt Choreftó. Er besitzt
einen kilometerlangen feinen Sandstrand und war jahrzehntelang der
Vorzeigebadeort des zentralen Pilion. Inzwischen haben ihm Agios Ioánnis und
Damoúchari den Rang abgelaufen.
Agia Saránda ist der Badeort, der Kissós, Makriráchi
und Anílio am nächsten liegt (Bild rechts). Ein rund 1km langer feiner Sandstrand mit
mehreren Tavernen. Im Sommer ist es hier am Wochenende recht voll.
Agios Ioánnis, Pláka, Pápa Neró und Damoúchari sind die Strände die man von Moúresi, Kissós und Tsangarada recht gut erreichen kann und die selbst über viele Apartments und Hotels verfügen.
Pláka ist der nördlichste der drei Strände und zu Fuß
von Agios Ioannis aus zu erreichen. Mit dem Auto kommt man über das Hotel Eden
dorthin, das auch die Strandtaverne betreibt. Das Wasser ist türkisblau und
erinnert an die Südsee (Bild rechts)
Agios Ioannis ist ein ausgewachsener Küstenort mit langer Promenade und einem schönen Sandstrand. Es gibt zahlreiche Tavernen, von denen einige das ganze Jahr über geöffnet sind, sowie mehrere Boutiquen, eine Apotheke, zwei Bäckereien und mehrere Lebensmittelgeschäfte.
Pápa Neró heißt der Strand südlich von Agios Ioannis,
der Fahrweg ist im Sommer zwischen 10 und 18 Uhr gesperrt. Der etwa 1km lange
feine Sandstrand ist 50 breit, in der Hauptsaison sind mehrere Tavernen
geöffnet. Zwischen den Stränden von Pápa Neró und Agios Ioánnis liegt geschützt
und baumbestanden ein sehr gut geführter Campingplatz.
Zur Perle des Pilion, Damouchari, gelangt man zu Fuß
von Pápa Neró aus oder per Auto von Agios Ioánnis oder Moúresi aus . Der Ort ist
klein und schmiegt sich an die Hänge einer Bucht (Bild rechts). Er ist praktisch autofrei,
die wenigen Häuser fügen sich gut in die Landschaft ein. Es gibt drei Tavernen
und ein Bistro, allesamt mit phantastischem Meeresblick, nie voll, auch in der
Hochsaison nicht. Baden kann man entweder in der Hafenbucht, die keinen Kai
hat, oder am Kieselsteinstrand 100 Meter hinter dem Ortskern.
Die Badebucht Fakistra ist in allen
Werbebroschüren zu sehen, aber recht klein und besitzt weder sanitäre
Einrichtungen noch Taverne (Bild rechts). Man kommt dorthin zu Fuß von Damoúcharioder mit dem Auto von Tsangarada aus.
Milopótamos ist der wohl berühmteste Strand des
zentralen Pilion wegen seines spektakulären Felsentores (Bildrechts). Allerdings ist der
Strand recht klein und im Hochsommer überlaufen. Mehrere Tavernen bieten gutes
Essen.
Von Milopótamos aus kann man zu Fuß zu den Badebuchten Limniónas und Lambinoú wandern, das dauert etwa eine Stunde. Man erreicht die beiden Buchten aber auch mit dem Auto, teilweise auf Sandwegen, von Xouríchti aus. Beide Buchten haben im Sommer sanitäre Einrichtungen und eine Taverne.
Westliches und südliches Pilion
Miliés im südlichen Pilion erreichen wir von Volos aus in 20 Minuten. Der
Ort ist wie die kleinen Nachbardörfer Vysítza und Pinakátes dem Golf von Volos
zugewandt und hat daher ein milderes Klima als die anderen nach Nordosten und
auf die Ägäis ausgerichteten Dörfer des zentralen Pilions. Auch Milies hat eine
wunderschöne schattige Platía mit Tavernen und Blick auf das Meer. Hier
gibt es Schatten der Vergangenheit. In einer „Strafaktion“ der brannte die deutsche
Wehrmacht am 4. April 1943 das Dorf vollständig nieder und ermordete 39 Bewohner.
Etwas abseits liegen die Dörfer Agios
Lavréntios und Drakía im westlichen Pilion. Sie befinden sich südlich von Chánia in einer
nach Süden verlaufenden Bergfalte. Drakía hat eine traurige Berühmtheit durch
das Massaker der deutschen Wehrmacht im Jahre 1943 erlangt, bei dem 116
Dorfbewohner ermordet wurden. Ein
Denkmal erinnert an diese Schandtat (Bild rechts).
Der südliche Pilion hat eine Reihe schöner Küstendörfer am Golf von Volos: Kala Nera, Kalamos (Bild rechts), Lefokastro, Milina.
Der Hauptort Argalasti ist interessant wegen der Einkaufsmöglichkeiten und dem Wochenmarkt. Unter den wenigen Bergdörfern ist Lafkos das schönste.
